Prüfung
23.09.2026
Skipper Prüfungsfit Redaktion

UBI-Prüfung: Der komplette Guide zum UKW-Sprechfunkzeugnis Binnen

Schleusen anmelden, Brücken erfragen, im Notfall Hilfe rufen: Auf Flüssen und Kanälen ist der Sprechfunk dein direkter Draht zu Schleusenwärtern, Revierzentralen und anderen Schiffen. Damit du mitfunken darfst, brauchst du das UBI – das UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk. Die gute Nachricht: Die UBI-Prüfung ist überschaubar und mit der richtigen Vorbereitung gut zu schaffen. In diesem Guide erfährst du, wer das UBI braucht, wie die Prüfung abläuft, was es mit ATIS auf sich hat und wie du dich clever vorbereitest.

Was ist das UBI – und wer braucht es?

Das UBI (UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk) berechtigt dich, eine UKW-Funkanlage auf Binnenschifffahrtsstraßen zu bedienen. Die Logik ist dieselbe wie beim Seefunk: Sobald eine Binnenfunkanlage an Bord ist, brauchst du das passende Funkzeugnis. Auf Binnenschifffahrtsstraßen mit Funkausrüstungspflicht kommst du am UBI also nicht vorbei – und auch viele Charterboote auf deutschen Flüssen und Kanälen sind mit Funk ausgestattet.

Der Funk ist dabei kein lästiges Anhängsel, sondern echter Sicherheitsgewinn: Du hörst, was die Berufsschifffahrt vorhat, kannst dich bei Schleusen anmelden und bist im Notfall sofort erreichbar.

Die Rahmendaten:

  • Mindestalter: 15 Jahre
  • Voraussetzungen: keine – du brauchst weder einen Sportbootführerschein noch ein anderes Funkzeugnis
  • Prüfungsstellen: die Prüfungsausschüsse von DMYV und DSV, im Auftrag der Bundesnetzagentur (BNetzA)

So läuft die UBI-Prüfung ab

Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil – beide an einem Termin.

Der Theorieteil: 22 Fragen, 17 müssen sitzen

Du bekommst einen Fragebogen mit 22 Multiple-Choice-Fragen und hast dafür 60 Minuten Zeit; mindestens 17 müssen richtig sein. Wenn du bereits SRC oder LRC besitzt, verkürzt sich der Theorieteil auf 10 Fragen, von denen 8 richtig sein müssen. Die Themen: Organisation des Binnenschifffahrtsfunks, Verkehrskreise und Kanäle, Funkabläufe, Notverkehr und rechtliche Grundlagen. Da die Fragen aus einem bekannten Katalog stammen, ist der Theorieteil vor allem eine Fleißaufgabe – wer den Katalog zwei-, dreimal durchgearbeitet hat, geht entspannt in die Prüfung.

Der praktische Teil: Funken am Gerät

Der Praxisteil besteht aus drei Bausteinen: Textaufnahme (du schreibst mit, was der Prüfer vorliest – mit Buchstabiertafel), Textabgabe (du liest einen Text vor) und der Gerätebedienung anhand von Fallbeispielen. Rechne mit rund 15 Minuten. Du zeigst, dass du die Funkanlage bedienen und ein Funkgespräch korrekt abwickeln kannst: Kanal wählen, eine Meldung nach Schema absetzen, buchstabieren, richtig auf Anrufe reagieren. Wie solche Gespräche im Binnenrevier ablaufen, zeigt dir der Wiki-Artikel Funkabläufe Binnen.

ATIS: Die automatische Kennung des Binnenfunks

Eine Besonderheit des Binnenfunks ist ATIS – das Automatic Transmitter Identification System. Jedes Mal, wenn du die Sprechtaste loslässt, sendet deine Anlage automatisch eine digitale Kennung mit, die aus dem Rufzeichen deines Schiffes abgeleitet ist. So ist jederzeit nachvollziehbar, wer gefunkt hat.

Wichtig für dein Verständnis (und für die Prüfung): Im Binnenfunk gibt es keine DSC-Notalarmierung über eine MMSI wie im Seefunk. Notmeldungen setzt du im Binnenrevier klassisch per Sprechfunk ab. ATIS identifiziert dich – es alarmiert nicht. Alle Details dazu findest du im Wiki-Artikel ATIS.

Binnenfunk vs. Seefunk: Die wichtigsten Unterschiede

Wenn du schon mit dem Seefunk geliebäugelt hast, hilft dir diese Einordnung:

  • Verkehrskreise statt offener See: Der Binnenfunk ist in Verkehrskreise gegliedert – Schiff–Schiff, Nautische Information, Schiff–Hafenbehörde und Funkverkehr an Bord – jeweils mit festen Kanälen. Einen Überblick gibt der Wiki-Artikel Verkehrskreise und Kanäle.
  • ATIS statt DSC: Im Seefunk alarmierst du digital über DSC und deine MMSI, im Binnenfunk identifiziert dich ATIS automatisch bei jeder Sendung.
  • Kein Funkenglisch-Teil: Die UBI-Prüfung kommt ohne Englisch-Aufgaben aus – gefunkt wird in der Regel in der Sprache des Fahrtgebiets.
  • Revier: Das UBI gilt auf Binnenschifffahrtsstraßen, das SRC auf See. Wer beides befährt, braucht beide Zeugnisse.

Vorbereitung und Kosten (Stand 2026)

Für das UBI solltest du grob einplanen:

  • Prüfungsgebühr: 108,71 Euro (amtlich: Zulassung 15,89 + Prüfung Theorie und Praxis 70,03 + Erteilung 22,79). Sie muss 14 Tage vor dem Termin eingegangen sein
  • Kurs oder Onlinevorbereitung: ca. 100–250 Euro
  • Lernmaterial: ca. 20–40 Euro
So bereitest du dich effizient vor:
  1. Fragenkatalog systematisch durcharbeiten – erst nach Themen, dann gemischt, bis du stabil über der 17-Richtige-Marke liegst.
  2. Funkabläufe laut üben: Anruf, Antwort, Buchstabieren. Was du gesprochen hast, sitzt auch in der Praxisprüfung.
  3. Das Funkalphabet automatisieren – von Alfa bis Zulu ohne Nachdenken.
  4. Realistisch simulieren: Mit dem Funkspruch-Trainer spielst du komplette Binnenfunk-Gespräche durch, bevor es ernst wird.
Die meisten Kandidaten sind mit zwei bis vier Wochen entspannter Vorbereitung sicher auf Prüfungsniveau.

Fazit: Kleiner Schein, große Wirkung

Das UBI gehört zu den zugänglichsten Prüfungen im Wassersport: 22 Fragen, ein überschaubarer Praxisteil, keine Vorbedingungen. Gleichzeitig macht es dich auf Flüssen, Kanälen und Seen zu einem vollwertigen Teilnehmer im Funkverkehr – ein echtes Plus an Sicherheit und Souveränität, das dir viele Reviere überhaupt erst erschließt.

Alle Details zur Prüfung findest du auf unserer UBI-Prüfungsseite, das komplette Hintergrundwissen im Themenbereich Binnenfunk. Wenn du zusätzlich auf die Küste schielst, wirf einen Blick auf das SRC – viele machen beide Funkzeugnisse in einem Rutsch. Und zum Loslegen wartet der kostenlose Lernbereich auf dich. Funkstille war gestern!

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Prüfungsvorbereitung. Sie ersetzen nicht die amtlichen Prüfungsunterlagen oder die Ausbildung an einer Bootsfahrschule. Trotz sorgfältiger Kontrolle übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

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