Sportküstenschifferschein (SKS)
Der SKS ist der erste weiterführende Segelschein nach dem SBF See und berechtigt zum Führen von Yachten in Küstengewässern bis 12 Seemeilen Abstand von der Festlandküste.
Was ist der Sportküstenschifferschein?
Der Sportküstenschifferschein (SKS) ist der nächste logische Schritt nach dem Sportbootführerschein See. Er berechtigt zum Führen von Yachten mit Antriebsmaschine und unter Segel in den Küstengewässern aller Meere bis zu 12 Seemeilen Abstand von der Festlandküste. Damit deckt er die typischen Reviere ab, in denen Freizeitsegler unterwegs sind – von der deutschen Ostseeküste über die Nordsee bis zu den beliebten Chartergebieten im Mittelmeer.
Geltungsbereich und Unterschied zum SBF See
Während der SBF See als Pflichtschein für Sportboote mit mehr als 15 PS auf Seeschifffahrtsstraßen gilt, ist der SKS ein freiwilliger Befähigungsnachweis. In der Praxis wird er jedoch von vielen Charterunternehmen verlangt, insbesondere für Segelyachten. Der SKS bescheinigt vertiefte Kenntnisse, die über das Basiswissen des SBF See deutlich hinausgehen.
Prüfungsablauf
Die SKS-Prüfung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Die Theorieprüfung umfasst fünf Teilbereiche: Navigation (118 Fragen), Schifffahrtsrecht (110 Fragen), Wetterkunde (101 Fragen), Seemannschaft I (162 Fragen) und Seemannschaft II (146 Fragen). Zusätzlich muss eine Kartenaufgabe gelöst werden, bei der Kursberechnungen, Peilungen und Gezeitenrechnung auf einer Übungskarte durchgeführt werden. Die Praxisprüfung findet auf einer Segelyacht oder einem Motorboot statt und umfasst Manöver wie Anlegen, Ablegen, Mann-über-Bord sowie seemännische Knoten.
Wer braucht den SKS?
Der SKS richtet sich an Charterer, die Segelyachten in Küstenrevieren mieten möchten, an ambitionierte Hobbysegler, die ihre Fähigkeiten erweitern wollen, und an alle, die eine solide Grundlage für die weiterführenden Scheine SSS und SHS anstreben. Auch Mitsegler auf Regattayachten profitieren von den erweiterten Kenntnissen.
Erfahrungsnachweis und Prüfungstipps
Voraussetzung für die Zulassung zur SKS-Prüfung ist der Besitz des SBF See sowie ein Nachweis über mindestens 300 zurückgelegte Seemeilen auf Yachten. Die Seemeilen können als Crewmitglied gesammelt werden und müssen im Meilenbuch dokumentiert sein. Für die Vorbereitung empfiehlt sich das systematische Durcharbeiten der offiziellen Fragenkataloge sowie regelmäßiges Üben der Kartenaufgaben mit der Übungskarte D49. Praktische Törnerfahrung ist für die Praxisprüfung unerlässlich.
Steckbrief
Fragenanzahl
637 Fragen in 5 Teilen (Navigation 118, Schifffahrtsrecht 110, Wetterkunde 101, Seemannschaft I 162, Seemannschaft II 146)
Prüfungsformat
Theorieprüfung + Praxisprüfung (Segeln/Motor)
Voraussetzung
SBF See + 300 Seemeilen Erfahrungsnachweis
Quelle
ELWIS / WSVVerwandte Prüfungen
Sportseeschifferschein (SSS)
Der SSS berechtigt zum Führen von Yachten in allen Meeren bis 30 Seemeilen Küstenabstand und stellt deutlich höhere Anforderungen als der SKS – inklusive Astronavigation und Gezeitenrechnung.
Sporthochseeschifferschein (SHS)
Der SHS ist der höchste deutsche Befähigungsnachweis für Sportbootfahrer und berechtigt zum Führen von Yachten in der weltweiten Fahrt ohne Entfernungsbegrenzung.