Funk & Kommunikation

Binnenfunk

Das UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk (UBI) ist Pflicht, wer auf Binnenschifffahrtsstraßen eine Funkanlage bedienen will. Geprüft werden die Besonderheiten des Binnenfunks wie ATIS und Verkehrskreise, die korrekte Kanalnutzung sowie die praktische Abwicklung von Funkgesprächen einschließlich Notmeldung.

UKW-Binnenfunk und ATIS

Der Binnenschifffahrtsfunk ist ein eigenständiger UKW-Funkdienst für die Binnenschifffahrtsstraßen mit eigenen Regeln, die sich in wichtigen Punkten vom Seefunk unterscheiden. Wer eine Sprechfunkanlage auf Binnenschifffahrtsstraßen bedienen will, benötigt das UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk (UBI).

Das markanteste technische Merkmal ist ATIS (Automatic Transmitter Identification System): Nach jeder Aussendung, also mit dem Loslassen der Sprechtaste, sendet die Anlage automatisch eine digitale Kennung, über die jede Funkstelle eindeutig identifiziert werden kann. Die ATIS-Kennung wird aus dem Rufzeichen des Schiffes abgeleitet und muss in der Anlage programmiert sein. Im Binnenfunk gibt es dagegen kein DSC - auch das ist ein beliebter Prüfungspunkt zur Abgrenzung vom Seefunk.

Verkehrskreise

Der Binnenschifffahrtsfunk ist in Verkehrskreise gegliedert, die jeweils eigene Aufgaben und Kanäle haben. Der Verkehrskreis Schiff-Schiff dient der Verständigung zwischen Fahrzeugen, etwa zur Absprache von Begegnungen und Überholmanövern. Im Verkehrskreis Nautische Information senden Revierzentralen, Schleusen und Verkehrsposten Informationen zur Verkehrslage, zu Wasserständen und Sperrungen - hier melden sich Fahrzeuge auch bei Schleusen und Brücken an.

Der Verkehrskreis Funkverkehr an Bord ermöglicht die Verständigung innerhalb des eigenen Fahrzeugs oder Verbandes, etwa zwischen Ruderhaus und Vorschiff beim Ankern oder Schleusen. Daneben existiert der Verkehrskreis Schiff-Hafenbehörde für den Kontakt mit Häfen. Für die Prüfung muss jede Funkaufgabe dem richtigen Verkehrskreis zugeordnet werden können.

Kanäle und ihre Nutzung

Jedem Verkehrskreis sind feste Kanäle zugewiesen. Für den Verkehr Schiff-Schiff ist Kanal 10 der Standardkanal auf den meisten Revieren. Für den Funkverkehr an Bord sind die Kanäle 15 und 17 reserviert, die nur mit reduzierter Leistung von 1 Watt betrieben werden dürfen. Die Kanäle der Nautischen Information sind regional festgelegt - welche Revierzentrale auf welchem Kanal arbeitet, steht im Handbuch Binnenschifffahrtsfunk, das an Bord mitzuführen ist.

Grundsätzlich gilt im Binnenfunk die kleine Sendeleistung: In den Verkehrskreisen Schiff-Schiff, Funkverkehr an Bord und Schiff-Hafenbehörde wird mit maximal 1 Watt gesendet. Vor jeder Aussendung ist hineinzuhören, ob der Kanal frei ist. Auf vielen Revieren, etwa auf dem Rhein, müssen Fahrzeuge mit Funkanlage während der Fahrt außerdem Hörbereitschaft auf den vorgeschriebenen Kanälen halten - eine typische Prüfungsfrage zur Kanalnutzung.

Rangfolge des Funkverkehrs

Wie im Seefunk gilt eine feste Rangfolge: Notverkehr geht vor Dringlichkeitsverkehr, dieser vor Sicherheitsverkehr, und erst danach folgt der übrige Funkverkehr. Der Notverkehr wird mit dreimal MAYDAY eingeleitet, die Dringlichkeitsmeldung mit PAN PAN und die Sicherheitsmeldung mit SÉCURITÉ.

Eine Notmeldung wird im Binnenbereich über den Kanal abgesetzt, auf dem am ehesten Hilfe zu erwarten ist - in der Regel über den Kanal der zuständigen Revierzentrale (Nautische Information) oder über Kanal 10 im Verkehr Schiff-Schiff. Wer eine Notmeldung aufnimmt und helfen kann, bestätigt sie und leitet sie erforderlichenfalls weiter.

Praktische Funkabläufe

Ein Anruf folgt immer demselben Schema: Name der Gegenstelle (bis zu dreimal), dann „hier ist" und der eigene Schiffsname, anschließend die eigentliche Meldung - kurz, eindeutig und in normaler Sprechgeschwindigkeit. Gute Funkdisziplin gehört dazu: keine unnötigen Aussendungen, keine Belegung fremder Kanäle und klare Beendigung jedes Gesprächs. Schiffsnamen und unklare Wörter werden nach dem internationalen Buchstabieralphabet buchstabiert. Typische Prüfungssituationen sind die Anmeldung bei einer Schleuse, die Absprache einer Begegnung im Verkehr Schiff-Schiff und das Absetzen einer Not- oder Dringlichkeitsmeldung.

Diese Abläufe lassen sich am besten durch Sprechen üben. Der Funkspruch-Trainer simuliert typische Gespräche aus dem Binnenfunk, im Lernbereich steht der Fragenkatalog zum Training bereit.

Die UBI-Prüfung

Die theoretische UBI-Prüfung umfasst einen Fragebogen mit 22 Fragen, von denen mindestens 17 richtig beantwortet sein müssen. Im praktischen Teil wird die Bedienung einer Binnenfunkanlage geprüft: Kanäle einstellen, einen Routineanruf abwickeln, eine Notmeldung absetzen und korrekt buchstabieren. Alle Anforderungen und Tipps zur Vorbereitung: UBI-Prüfung.

Wer auch auf See funken will, braucht zusätzlich das Short Range Certificate - die Inhalte überschneiden sich teilweise, sodass sich eine kombinierte Vorbereitung anbietet: SRC-Prüfung.

Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle Beratung. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.

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