Sicherheit
01.09.2026
Skipper Prüfungsfit Redaktion

Mensch über Bord: So reagierst du richtig

Ein Crewmitglied geht über Bord -- das Szenario, vor dem sich jeder Skipper fürchtet. Panik ist dein größter Feind, ein klarer Kopf dein bestes Werkzeug. Mit dem richtigen Wissen und regelmäßiger Übung kannst du im Ernstfall Leben retten. Hier erfährst du Schritt für Schritt, was bei einem Mensch-über-Bord-Vorfall (MOB) zu tun ist.

Sofortmaßnahmen: Die ersten 10 Sekunden

Wenn jemand über Bord geht, reagierst du sofort in dieser Reihenfolge:

  1. Laut rufen: "Mensch über Bord -- Steuerbord!" (oder Backbord). Das alarmiert die gesamte Crew.
  2. Rettungsmittel werfen: Rettungsring, Fender, alles Schwimmfähige -- sofort in Richtung der Person.
  3. Ausguck bestimmen: Eine Person zeigt mit ausgestrecktem Arm dauerhaft auf den Überbordfallenen. Auf dem Wasser verliert man eine Person erschreckend schnell aus den Augen.
  4. Position markieren: MOB-Taste am GPS drücken oder Uhrzeit und Landmarken merken.
  5. Notruf absetzen: Bei kaltem Wasser oder schwierigen Bedingungen frühzeitig Pan-Pan über UKW-Kanal 16.

MOB-Manöver: Zurück zur Person

Williamson-Turn

Das Standardmanöver, auch prüfungsrelevant. Ideal, wenn der Überbordfall nicht sofort bemerkt wurde:

  1. Ruder hart zur Seite legen, auf der die Person ins Wasser fiel
  2. Nach 60 Grad Kursänderung Ruder hart auf die Gegenseite
  3. Weiterdrehen bis zum exakten Gegenkurs
  4. Auf dem Gegenkurs fährst du deine Spur zurück
Vorteil: Du kommst exakt auf deinen Ursprungskurs zurück -- ideal bei Nacht oder schlechter Sicht. Nachteil: Dauert relativ lang.

Quickstopp-Manöver

Die schnellere Alternative, wenn du den Vorfall sofort bemerkst:

  1. Sofort Ruder hart zur Seite der Person
  2. Fahrt reduzieren (Motor in Leerlauf)
  3. Das Boot dreht eng und kommt nah an der Person zum Stehen
  4. Langsam heranfahren -- Propeller darf keine Gefahr darstellen
SituationEmpfohlenes Manöver
Sofort bemerkt, gute SichtQuickstopp
Nicht sofort bemerktWilliamson-Turn
Nachts oder schlechte SichtWilliamson-Turn

Bergung: Person an Bord holen

Fahre immer von Lee (windabgewandte Seite) an die Person heran und schalte den Motor in Leerlauf. Dann je nach Situation:

  • Badeleiter: Einfachste Methode, wenn die Person bei Bewusstsein ist
  • Bergeschlinge: Unter den Armen durchführen, gemeinsam ziehen
  • Fall am Mast: Auf größeren Booten die Person hochziehen
Wichtig: Eine durchnässte, erschöpfte Person kann bis zu 75 kg mehr wiegen als an Land. Unterschätze den Kraftaufwand nicht.

Übungstipps für die Praxis

  • Fender als "Person": Wirf einen Fender ins Wasser und übe das Manöver bei jedem Saisonstart.
  • Crew einbinden: Nicht nur der Skipper sollte das Manöver beherrschen -- was, wenn der Skipper selbst über Bord geht?
  • Zeit stoppen: Miss die Dauer vom Überbordgehen bis zur Bergung. Zwei Minuten auf dem Wasser fühlen sich lang an.
  • Bergung üben: Teste am Steg, wie du eine Person über die Bordwand bekommst.

Fazit

Ein MOB-Vorfall ist immer ein Notfall. Aber geübte Abläufe und die richtige Technik machen den Unterschied. Übe regelmäßig, trage immer Rettungsweste und vergiss nie: Prävention ist der beste Schutz.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Prüfungsvorbereitung. Sie ersetzen nicht die amtlichen Prüfungsunterlagen oder die Ausbildung an einer Bootsfahrschule. Trotz sorgfältiger Kontrolle übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

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