Sicherheit
04.09.2026
Skipper Prüfungsfit Redaktion

MAYDAY, PAN PAN, SÉCURITÉ: Die drei Dringlichkeitsstufen im Funk erklärt

Drei Wörter entscheiden im Funkverkehr darüber, wie dringend deine Meldung ist – und wie schnell dir geholfen wird: MAYDAY, PAN PAN und SÉCURITÉ. Wer sie verwechselt, löst im schlimmsten Fall eine Rettungsaktion aus, die niemand braucht, oder bekommt keine Hilfe, obwohl es ernst ist. In diesem Artikel lernst du, wann welches Signal gilt, wie eine Notmeldung Schritt für Schritt aufgebaut ist, was es mit MAYDAY RELAY auf sich hat und welche Fehler in Prüfung und Praxis am häufigsten passieren.

Drei Stufen, klare Rangfolge

Der Funkverkehr auf See kennt eine strikte Hierarchie: Notverkehr geht vor Dringlichkeitsverkehr, Dringlichkeitsverkehr vor Sicherheitsverkehr – und alles drei vor dem normalen Routinefunk. Die Ankündigungssignale machen für jeden Mithörer sofort klar, was Sache ist.

MAYDAY: Der Notverkehr

MAYDAY ist die höchste Stufe und ausschließlich für den echten Notfall reserviert: Ein Fahrzeug oder ein Mensch befindet sich in unmittelbarer Gefahr und benötigt sofortige Hilfe. Typische Beispiele: Feuer an Bord, schwerer Wassereinbruch mit Sinkgefahr, eine lebensbedrohliche Verletzung. Alle Details zum Ablauf findest du im Wiki-Artikel Notverkehr MAYDAY.

PAN PAN: Der Dringlichkeitsverkehr

PAN PAN (gesprochen „Pann Pann") meldest du, wenn die Sicherheit deines Fahrzeugs oder einer Person betroffen ist, aber keine unmittelbare Lebensgefahr besteht. Klassiker: Du bist manövrierunfähig, treibst aber nicht auf eine Gefahr zu; du brauchst medizinischen Rat für ein Crewmitglied. Die Lage ist ernst – aber es geht nicht um Sekunden.

SÉCURITÉ: Der Sicherheitsverkehr

SÉCURITÉ (gesprochen „Sekurité") kündigt eine wichtige nautische Warnung oder Wetterwarnung an – etwa einen treibenden Container, ein erloschenes Feuer an einer Ansteuerung oder eine Starkwindwarnung. Meist senden Küstenfunkstellen solche Meldungen, aber auch du kannst eine Gefahr für andere per SÉCURITÉ melden. Wie Dringlichkeits- und Sicherheitsmeldungen im Detail ablaufen, zeigt der Wiki-Artikel Dringlichkeit und Sicherheit.

So baust du die Notmeldung auf

Im GMDSS läuft die Alarmierung zweistufig: Hat deine Anlage einen DSC-Controller, löst du zuerst den DSC-Notalarm auf Kanal 70 aus – er überträgt automatisch deine MMSI und (bei GPS-Kopplung) deine Position. Direkt danach wechselst du auf den Sprechfunk-Notkanal 16 und setzt die eigentliche Notmeldung ab. Das Schema:

  1. MAYDAY, MAYDAY, MAYDAY – der Notanruf
  2. THIS IS / HIER IST + Schiffsname (dreimal), Rufzeichen und MMSI
  3. MAYDAY + Schiffsname – jetzt beginnt die Notmeldung
  4. Position – so präzise wie möglich
  5. Art der Notlage – was ist passiert?
  6. Erbetene Hilfe – was brauchst du?
  7. Anzahl der Personen an Bord und weitere wichtige Angaben
  8. OVER
Als Eselsbrücke fürs Prüfungslernen: Nach dem Anruf beantwortet die Meldung die Fragen Wer? Wo? Was? Welche Hilfe? Wie viele? – genau in dieser Reihenfolge.

MAYDAY RELAY: Wenn du für andere alarmierst

Manchmal bist du nicht selbst in Not, sondern Zeuge: Du beobachtest ein Boot in Seenot, das nicht (mehr) selbst funken kann, oder du hörst eine Notmeldung, auf die niemand antwortet. Dann setzt du ein MAYDAY RELAY ab – dreimal „MAYDAY RELAY", dann dein Schiffsname und anschließend alle Informationen über das Fahrzeug in Not. Damit übernimmst du die Alarmierung stellvertretend und stellst sicher, dass der Notfall die Rettungskräfte erreicht.

Was nach dem Absetzen passiert

Nach einem Notalarm übernimmt eine Küstenfunkstelle beziehungsweise Rettungsleitstelle die Koordination – in Deutschland ist das die Seenotleitung Bremen der DGzRS. Der Notverkehr hat absoluten Vorrang: Die Leitstelle kann mit SEELONCE MAYDAY Funkstille für alle unbeteiligten Stationen anordnen, und erst wenn der Notfall beendet ist, wird der Kanal für den normalen Verkehr wieder freigegeben.

Gut zu wissen: Der Sprechfunk ist nur ein Baustein des Rettungssystems. Parallel arbeiten im GMDSS Seenotfunkbaken und Radartransponder – mehr dazu im Wiki-Artikel EPIRB und SART sowie im GMDSS-Überblick.

Die häufigsten Fehler – in Prüfung und Praxis

  • MAYDAY für die Panne: Motorschaden bei ruhiger See ohne Gefahr ist kein Notfall, sondern ein Fall für PAN PAN. Die Faustregel: unmittelbare Gefahr für Leben oder Fahrzeug = MAYDAY, sonst eine Stufe tiefer.
  • Position vergessen oder verstümmelt: Die beste Meldung nützt nichts, wenn niemand weiß, wo du bist. Position immer früh und deutlich – und regelmäßig ins GPS schauen, damit du sie parat hast.
  • Zu schnell, zu leise, zu hektisch: Sprich langsamer, als es sich richtig anfühlt. Rettungskräfte müssen mitschreiben können.
  • Nach dem DSC-Alarm nicht auf Kanal 16 wechseln: Der digitale Alarm ist nur der Türklopfer – die eigentliche Meldung gehört in den Sprechfunk.
  • Fehlalarm stillschweigend ignorieren: Aus Versehen ausgelöst? Alarm am Gerät abbrechen und den Fehlalarm über Kanal 16 zurücknehmen, damit keine Rettungsaktion anläuft.

Fazit: Drei Wörter, die du im Schlaf können musst

MAYDAY für die unmittelbare Gefahr, PAN PAN für die ernste Lage ohne Lebensgefahr, SÉCURITÉ für die Warnung an alle – wer diese Staffelung verinnerlicht und das Meldungsschema automatisiert hat, funkt im Ernstfall ruhig und präzise. Genau das prüft übrigens auch der praktische Teil der SRC-Prüfung.

Am besten trainierst du die Abläufe, bis sie sitzen: Im Funkspruch-Trainer spielst du Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsmeldungen realistisch durch, und im kostenlosen Lernbereich warten die passenden Übungsfragen auf dich. Für den Fall, den du hoffentlich nie erlebst – aber auf den du vorbereitet bist.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Prüfungsvorbereitung. Sie ersetzen nicht die amtlichen Prüfungsunterlagen oder die Ausbildung an einer Bootsfahrschule. Trotz sorgfältiger Kontrolle übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

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