Sportseeschifferschein (SSS)
Der SSS berechtigt zum Führen von Yachten in allen Meeren bis 30 Seemeilen Küstenabstand und stellt deutlich höhere Anforderungen als der SKS – inklusive Astronavigation und Gezeitenrechnung.
Was ist der Sportseeschifferschein?
Der Sportseeschifferschein (SSS) berechtigt zum Führen von Yachten mit Antriebsmaschine und unter Segel in allen Meeren bis zu 30 Seemeilen Abstand von der Küste. Damit deckt er anspruchsvollere Reviere ab als der SKS – etwa die Überfahrt über die Biskaya, Törns entlang der norwegischen Küste oder Fahrten im westlichen Mittelmeer mit größerem Küstenabstand. Der SSS ist ein freiwilliger Befähigungsnachweis, wird aber von einigen Charterunternehmen für anspruchsvolle Reviere gefordert.
Für wen ist der SSS geeignet?
Der SSS richtet sich an erfahrene Fahrtensegler und Motorbootfahrer, die regelmäßig in küstenferneren Gewässern unterwegs sind. Typische Kandidaten sind Segler, die Langstreckentörns planen, anspruchsvolle Tidenreviere befahren oder als Skipper für Crews mit weniger Erfahrung Verantwortung übernehmen. Auch wer den höchsten Befähigungsnachweis – den Sporthochseeschifferschein – anstrebt, muss zunächst den SSS erwerben.
Prüfungsanforderungen
Die Prüfung zum SSS liegt auf einem deutlich höheren Niveau als der SKS. Die schriftliche Theorieprüfung umfasst die Fächer Navigation, Schifffahrtsrecht, Wetterkunde und Seemannschaft. In der Navigation werden unter anderem Astronavigation mit Gestirnsbeobachtungen, anspruchsvolle Gezeitenrechnungen und Stromdreieck-Aufgaben geprüft. Die mündliche Prüfung vertieft das Fachwissen und prüft die Fähigkeit, komplexe seemännische Situationen einzuschätzen. In der Praxisprüfung müssen Kandidaten ihre Kompetenz als Schiffsführer unter Beweis stellen.
Erfahrungsnachweis
Für die Zulassung zur SSS-Prüfung wird der Sportküstenschifferschein (SKS) vorausgesetzt. Darüber hinaus müssen mindestens 1000 Seemeilen auf Yachten als Wachführer nachgewiesen werden. Der Erfahrungsnachweis dokumentiert, dass der Kandidat bereits umfangreiche praktische Erfahrung in der eigenverantwortlichen Führung einer Yacht gesammelt hat. Die Seemeilen müssen nach Erwerb des SKS zurückgelegt worden sein und im Meilenbuch lückenlos dokumentiert werden.
Steckbrief
Fragenanzahl
Umfangreicher Fragenkatalog (Navigation, Schifffahrtsrecht, Wetterkunde, Seemannschaft)
Prüfungsformat
Schriftliche Theorieprüfung + mündliche Prüfung + Praxis
Voraussetzung
SKS + 1000 Seemeilen als Wachführer
Quelle
ELWIS / WSVVerwandte Prüfungen
Sportküstenschifferschein (SKS)
Der SKS ist der erste weiterführende Segelschein nach dem SBF See und berechtigt zum Führen von Yachten in Küstengewässern bis 12 Seemeilen Abstand von der Festlandküste.
Sporthochseeschifferschein (SHS)
Der SHS ist der höchste deutsche Befähigungsnachweis für Sportbootfahrer und berechtigt zum Führen von Yachten in der weltweiten Fahrt ohne Entfernungsbegrenzung.