Fachwissen
05.09.2026
Skipper Prüfungsfit Redaktion

SRC oder UBI: Welches Funkzeugnis brauchst du wirklich?

Der Bootsführerschein ist geschafft oder in Arbeit – und jetzt taucht die nächste Frage auf: SRC oder UBI? Oder am Ende beide? Die beiden Funkzeugnisse klingen ähnlich, gelten aber in völlig unterschiedlichen Revieren und funktionieren technisch verschieden. In diesem Artikel bekommst du die komplette Entscheidungshilfe: Wir klären, welches Zeugnis wo Pflicht ist, vergleichen beide Prüfungen in einer übersichtlichen Tabelle und geben dir eine klare Empfehlung für die richtige Reihenfolge.

Die Grundregel: Die Funkanlage entscheidet, nicht dein Wunsch

Bevor wir vergleichen, die wichtigste Regel: Die Pflicht zum Funkzeugnis hängt an der Ausrüstung, nicht an deiner Nutzung. Sobald eine UKW-Seefunkanlage an Bord ist, brauchst du das SRC – auch auf einer Charteryacht und auch dann, wenn du „eigentlich gar nicht funken" wolltest. Analog gilt auf Binnenschifffahrtsstraßen mit Funkausrüstungspflicht: Wer dort eine Binnenfunkanlage bedient, braucht das UBI.

Die eigentliche Frage lautet also nicht „Will ich funken?", sondern: Wo fährst du – und was ist dort an Bord?

Das SRC im Kurzporträt

Das SRC (Short Range Certificate) ist das international gültige Funkzeugnis für den UKW-Seefunk. Es gehört zum weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksystem GMDSS, dessen Aufbau dir der Wiki-Artikel GMDSS-Überblick erklärt. Kernelemente sind der digitale Selektivruf (DSC) mit der MMSI als Schiffskennung und der Sprechfunk – im Notfall auf Kanal 16. Die Prüfung umfasst Theorie, praktische Gerätebedienung am DSC-Controller und Funkenglisch-Aufgaben wie das Übersetzen und Aufnehmen englischer Funktexte.

Typisches Profil: Küstentörns auf Nord- und Ostsee, Charterurlaub am Mittelmeer, Vereinsyacht mit fest eingebauter Funkanlage.

Das UBI im Kurzporträt

Das UBI (UKW-Sprechfunkzeugnis Binnen) gilt im Binnenschifffahrtsfunk – also auf Flüssen, Kanälen und Binnenschifffahrtsstraßen. Statt DSC arbeitet der Binnenfunk mit ATIS, einer automatischen Kennung, die bei jeder Sendung mitgeschickt wird; eine digitale Notalarmierung über die MMSI gibt es hier nicht. Die Prüfung ist kompakt: 22 Multiple-Choice-Fragen (mindestens 17 richtig) plus ein praktischer Teil am Gerät – ganz ohne Englisch.

Typisches Profil: Hausboot auf der Mecklenburgischen Seenplatte, Motorboot auf Main, Mosel oder den Berliner Gewässern, Fahrten mit Schleusenpassagen.

Der direkte Vergleich

KriteriumSRCUBI
RevierSeeschifffahrtsstraßen, Küste, weltweit (UKW)Binnenschifffahrtsstraßen
FunksystemGMDSS mit DSC (Kanal 70) und Sprechfunk (Notkanal 16)Binnenfunk mit ATIS-Kennung
Notalarmierungdigital per DSC + Sprechfunk-NotmeldungNotmeldung per Sprechfunk
Englisch in der Prüfungja (Übersetzen, Aufnehmen)nein
TheorieMultiple-Choice-Fragebogen22 Fragen, mind. 17 richtig
PraxisteilDSC-Gerätebedienung, FunkabläufeGerätebedienung, Funkabläufe
Mindestalter15 Jahre15 Jahre
Amtliche Prüfungsgebühr127,88 Euro108,71 Euro
PrüfungsstellenDMYV/DSV im Auftrag der BNetzADMYV/DSV im Auftrag der BNetzA

Wer braucht beide?

Mehr Wassersportler, als du denkst. Beide Zeugnisse brauchst du zum Beispiel, wenn du:

  • im Sommer an der Ostsee charterst und daheim auf dem Fluss fährst – zwei Reviere, zwei Funkwelten,
  • eine Überführung planst, die vom Binnenrevier über Kanäle bis in die Küstengewässer führt,
  • flexibel chartern willst: Charteryachten auf See haben praktisch immer UKW-Funk, viele Binnencharterboote ebenfalls.
Da sich die Lerninhalte spürbar überschneiden – Funkalphabet, Gesprächsdisziplin, Meldungsschemata –, ist der Mehraufwand für das zweite Zeugnis deutlich kleiner als der für das erste.

Unsere Empfehlung zur Reihenfolge

  1. Nur See oder Charter im Ausland? Dann reicht das SRC.
  2. Nur Flüsse, Kanäle, Binnenseen? Dann reicht das UBI.
  3. Beides oder unentschlossen? Mach beide – idealerweise zusammen. Viele Prüfungsausschüsse bieten SRC und UBI am selben Prüfungstag an, und der gemeinsame Lernstoff lässt sich in einem Aufwasch vorbereiten. Wenn du nacheinander vorgehst, empfehlen wir das SRC zuerst: Es ist die umfangreichere Prüfung, und das UBI fühlt sich danach fast wie eine Zugabe an.
Übrigens: Die gleiche Logik wie bei den Führerscheinen gilt auch hier – erst das Revier, dann der Schein. Falls du diese Entscheidung noch vor dir hast, hilft dir unser Beitrag Welcher Bootsführerschein brauche ich? weiter.

Der Blick über den Horizont: LRC

Für die weltweite Fahrt jenseits der UKW-Reichweite gibt es noch das LRC (Long Range Certificate): Es deckt zusätzlich Grenzwelle (MF), Kurzwelle (HF) und Satellitenkommunikation ab. Für Blauwassersegler und Weltumrundler ein Thema – für alle anderen genügt das SRC völlig. Welche Scheine sonst noch auf dich warten, zeigt der Wiki-Artikel Weiterführende Scheine.

Fazit: In drei Fragen zur Entscheidung

Frag dich: Wo fahre ich in den nächsten Jahren? Was für eine Funkanlage ist dort an Bord? Und will ich mir Optionen offenhalten? Küste heißt SRC, Binnen heißt UBI – und wer beides will, kombiniert die Prüfungen am besten direkt.

Egal, wie du dich entscheidest: Im kostenlosen Lernbereich kannst du sofort mit den Übungsfragen für beide Funkzeugnisse starten. Leg los – dein Revier wartet schon!

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und Prüfungsvorbereitung. Sie ersetzen nicht die amtlichen Prüfungsunterlagen oder die Ausbildung an einer Bootsfahrschule. Trotz sorgfältiger Kontrolle übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

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