Sicherheit auf See und Binnengewässern
Sicherheit auf dem Wasser ist das zentrale Querschnittsthema beider Sportbootführerscheine. Es umfasst die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung, das Verhalten bei Mann-über-Bord-Situationen, Seenotsignale und den Einsatz von Rettungsmitteln. Für den SBF See kommen spezielle Themen wie EPIRB, DSC-Notruf und Pyrotechnik hinzu.
Sicherheit auf See und Binnengewässern – SBF Prüfungswissen
Sicherheit auf dem Wasser hat höchste Priorität und ist für beide Sportbootführerscheine ein zentrales Prüfungsthema. Die richtige Ausrüstung, das Wissen über Rettungsmittel und das korrekte Verhalten in Notfällen können über Leben und Tod entscheiden.
Rettungswesten und persönliche Schutzausrüstung (Binnen und See)
Rettungswesten sind das wichtigste Sicherheitsmittel an Bord und für beide Führerscheine prüfungsrelevant. Man unterscheidet Schwimmhilfen (50 N, nur für geschützte Gewässer), Rettungswesten mit 100 N (Binnengewässer), 150 N (Küstengewässer) und 275 N (Hochsee). Automatikwesten lösen bei Wasserkontakt selbstständig aus. Prüfungsrelevant sind die Normen (DIN EN ISO 12402), die regelmäßige Wartung der Auslöseautomatik und das Tragen der Weste vor dem Ablegen. Kinder müssen stets eine Rettungsweste tragen. Zusätzlich gehören wetterfeste Kleidung, rutschfestes Schuhwerk und bei Bedarf Lifelines zur persönlichen Schutzausrüstung.
Mann über Bord – MOB-Verhalten (Binnen und See)
Das MOB-Manöver ist sowohl in der theoretischen als auch in der praktischen Prüfung ein Pflichtthema. Die Sofortmaßnahmen lauten: Laut „Mann über Bord" rufen, Rettungsmittel (Ring oder Boje) in Richtung der Person werfen, die Person nicht aus den Augen verlieren und einen Ausguck bestimmen. Es folgt das Rettungsmanöver: Unter Motor wird die Williamson-Drehung oder das einfache Aufstoppermanöver gefahren, um die Person von Lee-Seite aufzunehmen. Prüfungsrelevant ist die korrekte Reihenfolge der Maßnahmen. Auf Binnengewässern ist zusätzlich die Gefahr durch Strömung und nachfolgenden Schiffsverkehr zu beachten.
Seenotsignale und Pyrotechnik (SBF See)
Für den SBF See müssen die anerkannten Seenotsignale sicher beherrscht werden. Dazu gehören Seenotraketen (rote Fallschirmraketen, Sichtweite bis 40 km), Handfackeln (rotes Licht), Rauchsignale (orangefarbener Rauch bei Tag) und das langsame Heben und Senken der seitlich ausgestreckten Arme. Das Morsezeichen SOS (···−−−···) und das Flaggensignal NC gehören ebenfalls zu den prüfungsrelevanten Seenotsignalen. Pyrotechnische Signalmittel haben ein Verfallsdatum und müssen regelmäßig ersetzt werden. Die Entsorgung abgelaufener Signalmittel erfolgt über zugelassene Sammelstellen.
DSC-Notruf, EPIRB und Kanal 16 (SBF See)
Der digitale Selektivruf (DSC) über UKW-Seefunk ermöglicht einen automatisierten Notalarm per Knopfdruck. Der DSC-Notruf wird auf Kanal 70 gesendet und enthält automatisch Position und Identifikation des Fahrzeugs. Kanal 16 ist der internationale Not- und Anrufkanal, über den sprachliche Notmeldungen (Mayday) abgesetzt werden. Die EPIRB (Emergency Position Indicating Radio Beacon) ist ein satellitengestützter Notfunksender, der im Seenotfall die genaue Position an die Rettungsleitstelle überträgt. Sie löst entweder manuell oder automatisch bei Wasserkontakt aus.
Feuerlöscher und Bordausrüstung (Binnen und See)
Feuerlöscher sind auf Sportbooten mit Wohneinrichtung oder Motorraum vorgeschrieben. Prüfungsrelevant sind die Löschmitteltypen (Pulver, Schaum, CO2), die korrekte Anwendung (von Lee, stoßweise, auf den Brandherd) und die regelmäßige Prüfung. Zur weiteren Sicherheitsausrüstung gehören Erste-Hilfe-Kasten, Lenzpumpe oder Lenzeimer, Paddel als Hilfsantrieb und ein Anker mit ausreichend Leine.
Verhalten bei Kenterung (SBF Binnen)
Auf Binnengewässern ist die Kenterung besonders für Segelboote prüfungsrelevant. Bei einer Kenterung gilt: Ruhe bewahren, am Boot bleiben (es bietet Auftrieb und ist besser sichtbar als ein Schwimmer), Rettungsweste tragen und auf Hilfe warten. In Flussrevieren ist auf Strömung und Hindernisse wie Wehre und Brückenpfeiler zu achten. Das Aufrichten eines gekenterten Jollenbootes über das Schwert ist eine wichtige praktische Fähigkeit.
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